Kommassierung 1984 - 2000
Auf Grund eines einstimmigen Gemeinderatsbeschlusses vom 28. April 1984 wurde mit Verordnung Zl V/1-384/3-1984 der Bgld. Landesregierung am 30. August 1984 das Kommassierungsverfahren Neuberg eingeleitet.
Ziel der Kommassierung war die Beseitigung der Kleinflächen, Schaffung von baureifen Hausplätzen und eines zeitgemäßen Wegenetzes, sowie die Verwirklichung von Gemeindeprojekten.
Baulandneuordnung am Kirchenweg
Vorgezogen wurde die Baulandneuordnung am Kirchenweg bereits im Jahre 1984. Im alten Stand sieht man die unförmigen Hosenriemenparzellen, im neuen Stand den möglichen Hausbau und die neue Verbindungsstraße Brodac.
Zusammenlegungseffekt
der gesamten Kommassierung:
Die Bewirtschaftungsfläche von früher 0,15 ha konnte auf 0,41 ha - das ist fast das 3-fache - vergrößert werden. Vor der Zusammenlegung gab es 1440 Grundstücke, nachher 533.
Landwirtschaftsgebiet Oberneuberg, Im Winkel
Maschinengerecht und auch gut aufgeschlossen durch ein zeitgemäßes Wegenetz sind die landwirtschaftlichen Grundstücke im "Neuen Stand".


Baugebiet Oberneuberg
Um die Jugend im Dorf halten zu können, wurden rund 100 Bauplätze geschaffen, teilweise auch im Eigentum der Gemeinde.



Operationsgruppe Dipl.-HFLF-Ing. Josef Tuider mit Boniteur Dipl.Ing. Krautsack und Bgm. Nagl zu Beginn der Vermessungsarbeiten im Jahre 1994:
Abteilungsvorstände der Bgld. Landesregierung



während des Kommassierungsverfahren 1984 - 2000
Der Kommassierungsausschuss am Ende der Kommassierung
10. August 2000
Weitere Ausschuss- bzw. Ersatzmitglieder:
Kulovits Richard - Obere Hauptstr. 93, Klement Josef - Untere Hauptstr. 96, Kovacs Günter - Kirchenweg 24, Graf Julius - Obere Hauptstr. 78, Kovacs Leopold - Florianig. 4 und Kovacs Erich - Obere Hauptstr. 90
† Gedenken an die verstorbenen Mitglieder des Ausschusses:
Obmann Ludwig Kovacs - Obere Hauptstr. 44, Cvitkovics Matthias - Untere Hauptstr. 34, Wagner Josef - Obere Hauptstr. 168, Jany Paul - Obere Hauptstr. 124, Kulovits Julius - Obere Hauptstr. 114, Konrad Alois - Obere Hauptstr. 40 und Kovacs Virgil - Untere Hauptstr. 2
Die Arbeiten zur Durchführung der Kommassierung bzw. die baulichen Maßnahmen wurden im Jahre 1986 begonnen und im Jahre 1999 abgeschlossen.
Das Zusammenlegungsverfahren umfasste eine Fläche von rund 218 ha, das sind 12 % des Gemeindehotters (1.761 ha). Es wurden alle kommassierungswürdigen Flächen (wo auch ein Erfolg zu erwarten ist) einbezogen. Aus der Kommassierung ausgeschlossen war größtenteils das verbaute Gebiet des Ortsriedes (rund 350 ha), sämtliche Waldflächen (über 1.000 ha) sowie - abgesehen eines kleinen Teiles in Klinzergraben - das gesamte Gebiet Neuberg-Bergen, da hier aus der Meierhofaufteilung um 1900 arrondierte große Grundstücke vorzufinden sind.
Ausbauleistung:
7.535 lfm Erdwege - 12.940 lfm Schotterwege - 4.540 lfm staubfreie Wege - 70 lfm Gräben - 525 lfm Rohrleitungen (Hochwasserschutz in Oberneuberg) - 2.000 lfm Drainagen - 18 ha Kultivierungen und 2,83 ha Grünausstattung
Kosten:
Gesamtbaukosten € 831.399,37 (ATS 11.440.304,75)
davon
| Landesbeitrag EU-Beitrag Interessentenbeitrag |
ATS 4.546.600,00 ATS 1.185.000,00 ATS 5.708.704,75 |
das sind 39,74 % das sind 10,36 % das sind 49,90 % |
Der Interessentenbeitrag wurde zur Gänze von der Gemeinde Neuberg aufgebracht, daher sind den einzelnen Parteien des Grundzusammenlegungsverfahrens Neuberg keine Kosten erwachsen.
Die Weinhecke
Nach dem 2. Weltkrieg gab es in Neuberg noch etliche Weingärten (Sebstträger) und es wurden auch "Heurige" abgehalten. Mit steigendem Wohlstand verschwanden alle Weingärten.
Auf diesem Grundstück, welches die Gemeinde Neuberg in der Kommassierung erworben hat, gab es noch Reben, teilweise wachsend auf Bäumen des Anfluges. Als Hecke wurden diese großgezogen und werden jetzt gepflegt.
Gemeindeprojekte
Ohne Grundzusammenlegung wäre die Ausführung der nachfolgenden Projekte kaum möglich gewesen:
Teilnaturschutzgebiet Neuberg - Lug
Als innere Gestaltung des Hochwasserrückhaltebeckens Neuberg - Lukabach wurden 2 Biotope sehr zur Freude der Bevölkerung errichtet.
Von der Idee bis zur Planung, für Vermessung und Bauausführung war Bgm. Otto Nagl verantwortlich. Der Hochwasserschutzdamm schützt 20 Objekte in Unterneuberg vor Überschwemmungen.
Seitens der Gemeinde Neuberg wurden über 220 Grundstücke mit einer Grundfläche über 20 ha angekauft. Die Hälfte dieser Fläche wurde an interessierte Grundeigentümer in Neuberg ohne Gewinn weiterverkauft und zum eigenen Besitz zugelegt.
Die restlichen Flächen wurden für noch weitere Gemeindeprojekte verwendet - Schaffung von Grundstücken für:
- Bau Hubertuskapelle
- Gemeindebauplätze
- Gewerbegebiet
- Neuausbau Landesstraße in Unter- und Oberneuberg
- Erhaltung von Hecken
- Kanalpumpstation Oberneuberg
- Erdentnahmestelle Dammbau
- Grenzstreifen zwischen Wald und Acker


